„Carrying“: Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt im Kunstareal München
Kunst ist uns eine echte Herzensangelegenheit! So präsentiert nicht nur das Kunstforum unserer Münchner Bank eG mit der Ausstellungsreihe „Münchner Meisterklasse“ regelmäßig die Werke junger Künstlerinnen und Künstler inmitten der Münchner Innenstadt. Sondern darüber hinaus unterstützen wir seit 2017 als Hauptsponsorin auch das Kunstareal in München, das unsere Stadt in immer neuen Facetten erstrahlen lässt.
So auch das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt „Carrying“ des Museums Brandhorst im Kunstareal München: Bereits der Titel verweist darauf, wie Orte bestimmte Geschichten mittragen. In der Umsetzung versteht die neue, von Franziska Linhardt kuratierte Ausstellung „Museum“ als Resonanzraum. Genau dort hinterfragt die Institution ihre eigene Geschichte, ihre Identität und verknüpft lokale Ansatzpunkte mit globalen Fragestellungen.
Entsprechend bespielt das Museum Brandhorst seit Mitte Mai nicht nur das Museum selbst, sondern auch den Außenraum im Kunstareal. Die involvierten internationalen Künstler und Künstlerinnen, darunter Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce, besetzen historisch aufgeladene Orte – wie Cy Twomblys „Lepanto“-Saal oder das sogenannte Türkentor. Architektonische Interventionen, Performances, Malereien sowie Sound- und Filmarbeiten treten in Dialog mit dem Museum und hinterfragen die Verschränkung von militärischer und kultureller Macht.
Von Krieg und Kultur
Ausgangspunkt für dieses besondere Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt ist das Gelände, auf dem heute das Museum Brandhorst, die Pinakothek der Moderne und weitere Institutionen des Kunstareals angesiedelt sind, denn hier stand einst die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Diese Geschichten haben sich in Orts- und Straßennamen wie der „Türkenstraße“ eingeschrieben.
Welche Geschichten werden erzählt, wer erzählt sie und wie? Die Antworten auf diese Fragen sind spannend. Deshalb gehen die Künstlerinnen und Künstler mit ihrem Schaffen der Frage nach, wie sich Geschichte und Erinnerung mit teils erfundenen Erzählungen verschränken – und wie diese Mythen über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen werden. Diese Narrative überlagern historische Realitäten von Gewalt, Ausbeutung und kultureller Aneignung und schreiben sich bis heute als Muster fort – von der sogenannten „Gastarbeiter“-Ära bis zu andauernden Debatten um territoriale Grenzen, Migration und Zugehörigkeit. Insbesondere dort, wo eine vorgebliche Trennung von Krieg und Kultur ihre tatsächliche Verwobenheit verschleiert, gewinnen diese Fragen an neuer Dringlichkeit.
„Carrying“ ist ein kulturelles Highlight, das den Besuch allemal lohnt! Während des Ausstellungszeitraums, vom 14. Mai 2026 bis 8. November 2026, lädt dieses besondere Kunstprojekt zum Entdecken kreativer Schöpfungen und ungewöhnlicher Zusammenhänge ein.