Münchner Bank-Kundin vereitelt Kartenkopien am Automaten

München, 8. Februar 2011

Gefahr am Bankautomat gebannt – dank einer Kundin der Münchner Bank wurde die Manipulation des Geldautomaten am Frauenplatz aufgedeckt und die Täter gefasst. Doch wie erkennt man manipulierte Geldautomaten und wie kann man sich beim Geldabheben schützen? Die Experten der Münchner Bank decken auf.

Spannung pur in der Münchner Innenstadt: Am
Mittwoch, 2. Februar wollte Claudia T. am Münchner Bank-Geldautomaten am
Frauenplatz abheben und stockte – der Geldautomaten erschien nicht wie sonst aus
einem Guss, statt dessen war ein falscher Kartenschlitz am Geldautomaten montiert.
Die aufmerksame Kundin schlug sofort Alarm bei der Zentrale der Münchner Bank.
Diese ließ daraufhin den Automaten sperren und informierte die Polizei, die – getarnt
als verdeckte Ermittler – die Kriminellen noch am selben Tag festnehmen konnte. Zur
Sicherheit ihrer Kunden wird die Münchner Bank ab sofort die SB-Geldautomaten am
Frauenplatz sowie in der Augustinerstraße per Live-Video überwachen.

Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr, dass findige Kriminelle vermehrt auch in München versuchen, Bankkarten zu kopieren. Statt die Daten von aufwendig gesicherten Bankrechnern zu stehlen, greifen die Datendiebe dort an, wo der Kunde am wenigsten damit rechnet: am Geldautomaten. “Führt der Kunde seine Karten in den falschen Kartenschlitz ein, werden alle Daten auf dem Magnetstreifen unbemerkt kopiert”, erklärt Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Münchner Bank, die Vorgehensweise der Betrüger. “Über eine Minikamera zeichnen die Kriminellen zudem die Eingabe der PIN-Nummer auf und können mit diesen Daten Kopien der Karte erstellen.”

Das sind die neuen Auszubildenden.

Solche Manipulationen sind nicht einfach zu erkennen, denn die Geräte sind sehr aufwendig konstruiert. Das Bundesamt für Statistik verzeichnete allein 2010 insgesamt 1.927 Angriffe, verteilt auf 1073 Geldautomaten. Schaden: Über 20 Millionen Euro.

Zwar können die Kartendubletten in Deutschland nicht mehr eingesetzt werden, denn hier dienen zusätzliche Echtheitsmerkmale im Plastik einer Kontenkarte zur sicheren Identifikation einer Fälschung – doch im Ausland funktionieren die Karten nach wie vor.

„Die Geldautomaten der Münchner Bank verfügen über einen sehr guten
Sicherheitsstandard bei Hard- und Software”, so Peter Heinrich weiter. “Zudem
haben wir unsere Geldautomaten technisch auf den neuesten Stand gebracht, um
Manipulationen sofort zu erkennen und abzuwehren – unter anderem durch VideoÜberwachung
aller Münchner Bank-Geldautomaten und ab sofort auch durch die
Live-Video-Überwachung der SB-Geldautomaten am Frauenplatz sowie in der
Augustinerstraße. Doch die Betrüger sind findig und entwickeln immer wieder neue
Techniken um die Sicherheitsvorkehrungen für kurze Zeit zu umgehen. Deshalb ist
bei Betrug auch die Aufmerksamkeit des Kunden gefragt.“

Um ihre Kunden vor Datenklau am Automaten zu schützen, hat die Münchner Bank deshalb folgende besondere Sicherheitsregeln entwickelt.

Sicherheitsregeln der Münchner Bank:

  • Achten Sie darauf, dass Sie bei der Eingabe der PIN am Automaten und bei
    Bezahlung mit Karte und PIN nicht beobachtet werden.
  • Verdecken Sie das Eingeben der Geheimnummer mit der Hand oder der
    Geldbörse.
  • Überprüfen Sie, ob der Geldautomat manipuliert wurde. Gibt es Spuren von
    Klebstoff oder wird die Karte nicht sofort angenommen?
  • Achten Sie beim Karteneinschub auf Aufsatzgeräte. Vorsicht: Der
    Karteneinschub muss bündig mit der Gerätefront sein!
  • Achten Sie auf mögliche Kameras in Aufsätzen des Geldautomaten, z.B. in
    einer aufgesetzten Beleuchtungsleiste!
  • Sind plötzlich neue Geräte wie zum Beispiel Rauchmelder installiert? Wer
    immer denselben Geldautomaten benutzt, bemerkt eher, wenn etwas nicht
    stimmt.
  • Lassen Sie sich am Bankautomaten oder beim Bezahlen nicht in ein
    Gespräch verwickeln. Betrüger haben auch schon versucht, an der Tür zum
    Geldautomaten-Vorraum die PIN abzufragen. Hier sollten die Kunden auf
    jeden Fall stutzig werden: Die PIN wird nur am Automaten selbst verlangt.
  • Als Vorsichtsmaßnahme sollte man einmal pro Woche die Kontoauszüge
    kontrollieren. Das ist ohnehin sinnvoll, um auszuschließen, dass
    unberechtigterweise Geld per Lastschriftverfahren abgebucht wird.