Münchner Bank: Schlingensief-Preis aus der Taufe gehoben

München, 24. Januar 2012

Mit dieser Auszeichnung für besondere Projekte auf dem Gebiet der Lungenforschung ehren die Münchner Bank und die Stiftung Atemweg den verstorbenen Theatermacher Christoph Schlingensief.

die Münchner Bank und die Stiftung Atemweg verleihen heute – inspiriert von Christoph Schlingensief erstmals – den AtemWeg Preis für besondere Projekte auf dem Gebiet der Lungenforschung. Der Preis geht an den neugegründeten Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Die Idee für den Preis stammt von der Star-Sopranistin Nadja Michael. Die Opernsängerin setzt sich seit einiger Zeit als Atembotschafterin für die Stiftung AtemWeg ein. Der international renommierte Theatermacher Christoph Schlingensief, der 2010 an Lungenkrebs starb, stand der Stiftung und ihren Zielen nahe. Ein Vermächtnis, das Nadja Michael dankenswerterweise aufgegriffen hat. Es ist geplant, den Preis jährlich zu vergeben. In diesem Jahr wird er unter der Preispatenschaft von Nina Ruge im Münchner Residenztheater überreicht. Dr. Wolfgang Heubisch, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie Martin Kusej, Staatsintendant des Residenztheaters München und Nadja Michael werden Grußworte sprechen. „Kunst und Forschung leisten einen unschätzbaren Wert – für die Menschen heute und für zukünftige Generationen. Beides findet in Deutschland und in München auf Weltniveau statt“, so Kerstin Freifrau von Aretin, Leiterin der Geschäftsstelle Stiftung AtemWeg. Als Gäste wird viel Münchner Prominenz erwartet.

Ausgezeichnete Information

Die Auszeichnung erhält der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum München (www.lungeninformationsdienst.de). Der vor kurzem gestartete Informationsdienst bietet aktuelle, neutrale und wissenschaftlich geprüfte Informationen aus allen Bereichen der Lungenforschung. Damit schließt der Dienst eine bislang bestehende Informationslücke und gibt Patienten, Angehörigen und der interessierten Öffentlichkeit einen Einblick in aktuelle Therapien und ein aktives Forschungsfeld. Neben dem bestehenden Internetangebot ist in einem zweiten Schritt geplant, einen telefonischen Auskunftsdienst einzurichten.

Das sind die neuen Auszubildenden.

Ein Thron pflanzt sich fort

Die Initialzündung für diesen Preis setzte Christoph Schlingensiefs Witwe im letzten Jahr: Aino Laberenz spendete für das jährliche Charity-Dinner der Stiftung ein Requisit aus der letzten geplanten Aufführung des Künstlers, einen mächtigen Thron, dessen Lehne einem Lungengeäst gleicht. Die Münchner Bank ersteigerte den Thron. „Der Thron ist aus Christoph Schlingensief letztem Stück S.M.A.S.H., das nicht mehr zur Aufführung kam. Das gesamte Bühnenstück und viele Requisiten sind gezeichnet von Schlingensiefs Krankheit, dem die Medizin nicht mehr helfen konnte. Dass seine Kunst uns zu dem Preis inspiriert hat, so die Aufmerksamkeit für Lungenkrankheiten vorantreibt wie auch die Forschung, hätte ihn sicher sehr gefreut“, meint Kerstin von Aretin. Mit dem AtemWeg Preis wird der Preisträger symbolisch auf einen Thron gehoben.

Jedes Jahr wird ein namhafter Künstler seine Interpretation des Schlingensief- Thrones in vier Miniaturen zum Ausdruck bringen. Eine Miniatur wird der Witwe Aino Laberenz überreicht, eine wird beim nächsten Charity Dinner der Stiftung versteigert, eine verbleibt bei der Stiftung und eine Skulptur wird als Preis überreicht. In diesem Jahr gestaltet der Berliner Aktionskünstler John Bock die Kunstwerke.

Über die Stiftung AtemWeg

Die Stiftung AtemWeg hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit über Lungenerkrankungen aufzurütteln, aufzuklären und die Forschung durch Spendengelder zu unterstützen. Lungenerkrankungen sind weltweit die zweithäufigste Todesursache. Doch bislang erfahren die Lungenforschung und das Leid der Betroffenen noch zu wenig Aufmerksamkeit. Die Stiftung unterstützt vor allem das Comprehensive Pneumology Center (CPC) in München, ein weltweit anerkanntes Lungenforschungszentrum. Es geht der Stiftung darum, neben den festen Budgets des CPC, flexibel und kreativ die Forschung und die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern voranzutreiben.