90 Jahre Raiffeisenbank Oberschleißheim

Vom Wohnzimmer zur modernen Bank

München, 4. August 2014

Gertraud Siegel (Mitte) leitete von 1956 bis 1960 die erste offizielle Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Oberschleißheim, heute Zweigniederlassung der Münchner Bank eG, von ihrem Wohnzimmer aus. Zu Ehren ihres 90. Geburtstages und des 90-jährigen Jubiläums der Zweigniederlassung gratulierten (v.l.) Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Münchner Bank eG, Alfred Foistner, Generalbevollmächtigter der Münchner Bank eG, Florian Vogelsang, Leiter der beiden Oberschleißheimer Geschäftsstellen, und Günther Lober, Marktbereichsleiter Nord der Münchner Bank eG.

Die Anfänge der Bank liegen in der Kirche. Pfarrer Josef Kranz ergriff 1924 die Initiative zur Gründung eines Darlehensvereins in Schleißheim. Mit derartigen Vereinen, wie sie damals allerorten entstanden, sollte der Geldknappheit in den Jahren der Inflation und Wirtschaftskrisen nach dem „Großen Krieg" auf genossenschaftlicher Basis begegnet werden. Aus dem Spar- und Darlehenskassenverein, der im September 1924 begründet wurde und der nun Zugang zu Finanzdienstleistungen aller Art ermöglichte, entwickelte sich die Raiffeisenbank Oberschleißheim, die nun als Zweigniederlassung der Münchner Bank eG ihr 90. Jubiläum feierte.

 

Bei der Jubiläumsfeier mit rund 200 Mitgliedern im Bürgersaal betonte Peter Heinrich, der Vorstandsvorsitzende der Münchner Bank eG, dass es die Schleißheimer Bank über Generationen hinweg geschafft habe, „den Genossenschaftsgedanken in Oberschleißheim im besten Sinne zu leben", worunter er verstehe, „sich den Menschen vor Ort zu widmen, starker Partner der heimischen Wirtschaft zu sein und stets auf aktuelle Herausforderungen einzugehen". Die Bank habe sich „immer wieder erfolgreich neuen Entwicklungen angepasst wie beispielsweise der Digitalisierung des Bankgeschäfts", heißt es in der Laudatio zum Jubiläum. Über die 90 Jahre habe man sich „als solider und verlässlicher Finanzpartner bewiesen".

Der erste „Rechner" des Vereins war Pfarrer Kranz selbst, der 1924 in der ersten Bilanz eine Bilanzsumme von 6047,70 Reichsmark und einen Gewinn von 17,44 Reichsmark auswies. Eine erste offizielle Geschäftsstelle der „Raiffeisenkasse Oberschleißheim", wie das Geldinstitut seit 1945 hieß, befand sich später im Wohnzimmer von Gertraud Siegel, die von 1956 bis 1960 als Geschäftsführerin die Geschicke der Bank in ihren eigenen vier Wänden leitete. „Die Erfolgsgeschichte der Raiffeisenbank Oberschleißheim ist auch dem wertvollen Engagement ihrer Mitarbeiter zugeschrieben", betonte Peter Heinrich bei der Jubiläumsfeier, „sie haben die Bank über Generationen hinweg geprägt, weiterentwickelt und schließlich zu einer starken Marke im Münchner Norden gemacht."

Durch die Fusion mit der Münchner Bank eG ist die Raiffeisenbank Oberschleißheim vor zwei Jahren in eine neue Etappe ihrer Historie getreten. Die Bank sieht in dem Zusammenschluss „eine Symbiose aus Regionalität und Stärke, die das Know-How der beiden Banken bündelt".